
Für Demokratie!
Die Festivalplanung läuft...
Auch 2026 werden im Oktober und November in und um Passau wieder die Wochen zur Demokratie stattfinden. In unserem Festival finden sich Diskussionsrunden, Workshops, Filmvorführungen, Lesungen, Konzerte und andere Formate – freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm!
Den Auftakt am Freitag, 2. Oktober, bildet DEMOCRAZY, eine performative Expedition in die Untiefen der Demokratie, die sich zusammensetzt aus szenischer Lesung, Kurzfilm, Performance und interaktivem Spiel. Für dieses besondere Format konnten wir die Petra-Kelly-Stiftung als Kooperationspartner gewinnen.
Wenn Sie die Wochen zur Demokratie unterstützen möchten, finden Sie weiter unten unsere Spendenkonto-Daten. Wenn Sie Kontakt aufnehmen wollen, schreiben Sie uns gerne unter kontakt@wochen-zur-demokratie.de.
Ihre Initiative Wochen zur Demokratie
Aktuelles
AKTUELLES
Demonstration 20. Juni 2026
Am 20. und 21. Juni wird die AfD laut Zeitungsberichten die Dreiländerhalle für einen Landesparteitag mieten.
Das Bündnis Demokratie und Vielfalt ruft daher alle auf, am Samstag, 20. Juni nach Passau zu kommen und sich an einer friedlichen Gegendemonstration zu beteiligen.
Wir unterstützen das Bündnis und hoffen, dass das Protestgeschehen so vielfältig ist wie das Leben in Stadt und Landkreis Passau.
Gemeinsam wollen wir zu diesem friedlichen Miteinander beitragen.
Informationen, Petition, Mitmachen:
https://passaugegenrechts.de/
Generationswechsel bei den Wochen zur Demokratie
Bei unserer jüngsten Jahreshauptversammlung haben wir einen wichtigen personellen Schritt bei der Vorstandswahl beschlossen.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Jonas Gilch gewählt. Der 27-jährige ist das jüngste Mitglied der Initiative und hat sich bereits durch großes Engagement, Struktur und Verlässlichkeit ausgezeichnet. Mit ihm verbindet sich das Ziel, noch mehr junge Menschen für demokratisches Engagement und das Festival zu begeistern.
Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Johanna Sinn gewählt. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Passau und hat sich innerhalb kurzer Zeit als wichtige Stimme im Team etabliert. Ihre endgültige Zusage ist an eine berufliche Entscheidung im Frühjahr geknüpft.
Der Generationswechsel steht für Kontinuität und Erneuerung zugleich – und für das Vertrauen in die Zukunft der Wochen zur Demokratie in Stadt und Landkreis Passau.
Materialien zum Vortrag von Prof. Dr. Silke Laskowski online verfügbar
Im Rahmen der Wochen zur Demokratie 2025 sprach Silke Laskowski am 14. November zum Thema „Ohne Frauen keine Demokratie – Neue Wege zur Parität in Parlamenten per Gesetz“. Der Vortrag sorgte für eine lebhafte Diskussion. Ab sofort stellen wir die Präsentation zum Vortrag hier zum Download zur Verfügung. Darüber hinaus hat Prof. Laskowski uns freundlicherweise einen Aufsatz aus dem Jahr 2021 überlassen: „Parlamentarische Demokratie heute und morgen“. Der Text richtet sich ausdrücklich auch an Nichtjuristinnen und Nichtjuristen und bietet eine verständliche, fundierte Einordnung der aktuellen demokratischen Herausforderungen.
Beide Materialien laden dazu ein, die Inhalte des Abends zu vertiefen und die Debatte über Geschlechtergerechtigkeit und demokratische Repräsentation weiterzuführen.
Unser Spendenkonto
Wochen zur Demokratie
Sparkasse Passau
IBAN DE98 7405 0000 0030 8357 63
BIC BYLADEM1PAS
Hier kann bei Bedarf das Programmheft 2025 als pdf heruntergeladen werden.
Mit dem Schuljahr 2024/25 wurde an allen bayerischen Schulen eine "Verfassungsviertelstunde" eingeführt. Sie soll zentrale Werte der Demokratiebildung greifbar machen. Doch wie gelingt eine sinn- und wirkungsvolle Umsetzung im Schulalltag? In diesem Workshop tauschen wir Erfahrungen aus, sammeln Ideen und diskutieren Inhalte. In Barcamp-Sessions stehen eure Praxisbeispiele, vorbereitete Material-Angebote und Impulse im Mittelpunkt. Gemeinsam entwickeln wir Ansätze für eine lebendige Werteerziehung.
Dauer: 4 Stunden
Eintritt/Tickets/Teilnahmegebühr: frei
Voranmeldung: Für Lehrkräfte an Bayerischen Schulen, über fibs
Veranstalter: BNE macht Schule, Wochen zur Demokratie
Kontakt: nena@wochen-zur-demokratie.de
Vom frühen Abend des 2. Oktober bis kurz vor Mitternacht wird unsere Demokratie aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, befragt und herausgefordert: Mit Crash, Clash und Chaos schaffen Passauer*innen – gegenwärtige und ehemalige – der alten Lady Demokratie neuen Raum:
Poetry-Slammer*in Leo Weindl lädt zu einer besonderen Variante des Privilege Walk ein, der Fragen der Gleichberechtigung erfahrbar macht. Filmemacher Tuna Kaptan zeigt und diskutiert seinen neuen eindringlichen Kurzfilm über eine Goßmutter, die ihren Enkel vor dem IS zu retten versucht. Performer Norbert Entfellner führt mit scharfem Blick in die Abgründe provinziellen Politikverständnisses. Und das Athanor Theater mit Johanna Müller setzt in einer szenischen Lesung zu Konflikten um Habgier pointierte Akzente. Die vier Positionen entfalten sich nacheinander am selben Abend. Immer wieder wird das Publikum zu intensiver Partizipation eingeladen. Für die inhaltlichen Übergänge und die gemeinsame Dramaturgie sorgen Prof. Dr. Lars Rensmann, Dr. Florian Wobser (beide Universität Passau) und die Moderatorin Melanie Hackenfort. Sie greifen Themen auf, führen zusammen und öffnen Räume für Austausch. Im Finale kommen alle Beteiligten noch einmal zusammen. Mit einem gemeinsamen Blick auf die Bruchstellen, Spannungen und Möglichkeiten unserer Demokratie lassen sie den Abend Revue passieren.
Eintritt/Tickets/Teilnahmegebühr: Hutkasse. Voranmeldungen sind nicht erforderlich, alle Gäste können wahlweise die gesamte fünfstündige Veranstaltung oder einzelne Acts miterleben.
18 Uhr (im Café Museum): A white man‘s world
Ein interaktives Spiel zum Thema Privilegien in einer patriarchalen Welt
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt (…) Niemand darf wegen seines Geschlechts (…=) benachteiligt oder bevorzugt werden“ (Zitat aus Artikel 3 GG). Und in Deutschland gibt es sowieso keine Geschlechterdiskriminierung mehr… zumindest theoretisch. Aber ist das wirklich so? Welche praktischen Hürden gibt es noch? Zählt neben dem Recht wählen zu gehen, einen Beruf auszuführen und ein eigenes Konto zu eröffnen nicht noch mehr? Oder anders gesagt, kann die Realität einer Annahme von Gleichberechtigung überhaupt standhalten? Und wenn nein, was bedeutet das eigentlich für unser alltägliches Leben?
Leo Weindl und Florian Wobser hinterfragen gemeinsam mit dem Publikum in einem interaktiven Spiel patriarchale Strukturen und Diskriminierung auf verschieden Ebenen.
20 Uhr (im Scharfrichter Kino): Ishaq
Ein Kurzfilm über das Ringen einer Frau um ihren Enkel
Der Passauer Regisseur Tuna Kaptan erzählt in Ishaq von einer Großmutter, die nach dem Verlust ihrer Tochter an den IS in ein Waisenhaus im Irak reist, um ihren Enkel nach Deutschland zu holen. Doch ihr Vorhaben wird zu einem moralischen Dilemma zwischen Liebe, Trauma und familiärer Verantwortung. Mit Bettina Hoppe und Daniel Kamal in den Hauptrollen verbindet Ishaq persönliche Schicksale mit den Folgen von Krieg und Terror. Nach seiner Premiere bei den Hofer Filmtagen und Stationen bei über 20 internationalen Festivals ist Ishaq nun erstmals in Passau zu sehen. Nach dem Film, der im Scharfrichter Kino gezeigt wird, geht es weiter im Café Museum mit einem Thekengespräch mit dem Regisseur.
21 Uhr (im Café Museum): Mein widerliches Zuhause
Variationen in Prosa, Predigt und Chanson über Angriffe von Innen oder: Wer gehört dazu?
Heimat ist ein Konzept, das derzeit auf allerhand Ebenen bemüht wird: Ministerien auf Bundes- und Landesebenen sind ihm gewidmet worden, die Werbung reitet es für Getränke, Textilien und Tourismus, die Popmusik bedient es von links und rechts, das Fernsehen weitet es in immer neuen Krimiformaten bis in die Urlaubsländer ihrer Zielgruppen aus, überall ist jetzt Heimat, eigentlich. Aber wozu dient die Idee der Heimat? Ist sie für irgendetwas gut? Woraus ist sie gemacht? Ist sie ein Paradies, aus dem man vertrieben werden kann? Das liegt auf der Hand. Ist sie ein Paradies, aus dem wir womöglich schon lange vertrieben sind? Oder sind wir die Erzengel mit dem Flammenschwert, die unsererseits angetreten sind, die Unwürdigen zu vertreiben?
Dutzende Beispiele aus dem nächsten Umfeld, aus dem, was noch „die Medien“ heißt, aus der Geschichte und der Kunst hat Norbert Entfellner parat, um eine Frage immer neu zu stellen, die schon vor über 50 Jahren Wolfgang Ambros formulierte: Des deaf ned woa sein, wo samma dahaam? Und falls es darauf eine Antwort gibt, die nächste Frage: Wenn das die Heimat ist – gibt es dann überhaupt so etwas wie einen safe space? Und wo?
Weil Norbert Entfellner das Fragenstellen immer schon mit mehr oder weniger künstlerischen Mitteln betreibt, ist mit Ausschnitten aus seinem jüngsten Prosaband sowie Nevergreens aus drei Jahrzehnten Kabarettchansons zu rechnen.
22 Uhr (im Café Museum): Dem Krieg ein Ende machen
Ein Manifest über Gier und Moral, von Betrug und Hoffnung
Am Anfang war das Wort. Und das Wort lautete: Meins. Mir gehört dieses Land. Dies ist mein Reichtum. Diese Ehre habe ich errungen. Das sind meine Kinder, meine Zukunft, mein Leben, meine Rechte. Der, der sie gefährdet, muss weichen. Und wenn du nicht einsiehst, dass ich stärker bin und mir dies alles zusteht, werde ich es dir zeigen.
Vom antiken Griechenland bis ins 21. Jahrhundert, Krieg existiert über alle Epochen und Regierungsformen hinweg. In einer temporeichen szenischen Lesung springen die Schauspiel-Studierenden der Athanor Akademie durch die Jahrhunderte. Miriam Jordan, Emma Marie Pilz und Nils Schumann begeben sich auf die Suche nach dem Ursprung von Streit und dem Ende des Krieges. Unausweichlich ist dabei die Frage, ob wir Menschen überhaupt fähig sind, Frieden zu halten.
Unter Eis erzählt von Unternehmens-Consulting, Wirtschaftsberatern und einer erkalteten Gesellschaft. Während zwei Beraterinnen permanent auf der Suche nach neuen Strategien zu Leistungsoptimierung und Effizienz sind, verliert sich der dritte und älteste Kollege, Paul Niemand, in Kindheitserinnerungen, Identitätsverlust und der Frage nach Sinn und Menschlichkeit. Dieses Stück aus dem Jahr 2004 könnte aktueller und dringlicher kaum sein, in Zeiten von sich anbahnenden veränderten Arbeitsstrukturen, ausgelöst durch KI. Nicht zu sprechen von den drängenden Reformen, die dieses Land braucht.
Die Schauspieler*innen der Athanor Akademie bringen das Stück und seine Fragen zu Gesellschaft und Arbeitswelt auf die Bühne und stehen am ersten Abend für ein Nachgespräch bereit.
„Alles liegt unter Eis, nichts bewegt sich, alles steht still“ – so lässt Richter Paul Niemand unsere Gesellschaft beschreiben und generiert etwa aus der nachvollziehbaren Kritik einer Beraterin an „einer vollkommen überdrehten Mediendemokratie“ die totalitäre Vision von „einer anderen Welt“. Nahezu unbemerkt wird die linkspolitisch besetzte Antiglobalisierungsparole „Eine andere Welt ist möglich!“ Teil eines radikalen Sprachsystems. Andernorts – in einem Monolog der 2. Beraterin – hinterfragt Richter die allzu vertraute Frage nach dem Umgang und Verständnis von Kultur in der Gesellschaft. Und legt offen, dass die radikale und zunächst fremd wirkende Beratungsfrage nach Effizienz und Wirtschaftlichkeit längst Teil der kulturpolitischen Diskussion geworden ist. Richter jongliert in diesem Text mit der Ideologie, den Klischees und der anonymen, seelenlosen Sprache der Beratungsbranche. Er verweist auf die Schwachstellen und Funktionslücken einer kapitalistisch orientierten und auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichteten Gesellschaft und erstellt die finstere Vision einer immer unmenschlicher werdenden Welt.
Voranmeldung: nicht nötig
Kontakt: christoph.schletz@googlemail.com
Das Team in 2024, von links: Winfried Helm, Bernhard Rottenaicher, Steffi Steinbrink, Jonas Gilch, Ruth Geiger, Gertraude Reitberger, Maria Wilhelm, Florian Wobser, Markus Muckenschnabl, Véronique Coiffet
[Foto: Sieglinde Weindl]
Die Initiative Wochen zur Demokratie ist ein gemeinnütziger Verein, in dem sich Bürgerinnen und Bürger aus Passau Stadt und Landkreis ehrenamtlich engagieren.